Vom Brezelkäfer bis zum 1303: alle VW Käfer Modelle im Überblick
Der Volkswagen Käfer ist nicht nur irgendein Auto. Mit über 21 -5 Millionen produzierten Exemplaren zwischen 1938 und 2003 ist er eines der meistgebauten Autos der Geschichte und bis heute eines der beliebtesten. Aber welchen Käfer hast du eigentlich? Und was macht jedes Modell einzigartig?
Als Liebhaber wissen wir selbst - wie schwierig es sein kann - die Unterschiede zu erkennen - besonders wenn man Ersatzteile für sein spezifisches Baujahr sucht. Deshalb haben wir alle Käfer-Modelle für dich aufgelistet - vom ersten Prototyp bis zum allerletzten mexikanischen Käfer.
Prototyp / Typ 1 (1938–1945)
Die allerersten Käfer liefen 1938 vom Band - auf Initiative von Ferdinand Porsche und angeregt durch die damalige politische Situation in Deutschland. Diese frühen Exemplare hatten einen bescheidenen 25 PS Motor - sollten 100 km/h fahren können und hatten noch keine Heckscheibe. Die Produktion wurde jedoch schnell durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen.
Ursprünglich hieß der Käfer einfach "Typ 1" - der Spitzname Käfer (oder Kever im Niederländischen) wurde erst später offiziell. Die "1" in jeder Fahrgestellnummer verweist noch immer auf diese ursprüngliche Typbezeichnung.
Brezelkäfer (1945–1953)
Nach dem Krieg wurde die Produktion in der beschädigten Fabrik in Wolfsburg vorsichtig wieder aufgenommen. Um die Sicht nach hinten zu verbessern - erhielt der Käfer eine geteilte Heckscheibe - zwei kleine Fenster nebeneinander - wie eine Brille. So entstand der Spitzname Brezelkäfer - in den Niederlanden auch "Brilkever" (Brillen-Käfer) genannt.
Der Brezelkäfer ist für Sammler eines der begehrtesten Modelle. Die Originalteile sind selten und die Autos werden sorgfältig restauriert. Hast du einen Brezelkäfer? Dann weißt du - wie besonders das ist.
Hebmüller Cabriolet (1946–1952)
Volkswagen wollte schon früh eine Cabriolet-Version des Käfers. Da die eigenen Fabriken voll mit der Limousinen-Produktion ausgelastet waren - vergab VW den Auftrag an den externen Karosseriebauer Hebmüller. Dieses Unternehmen baute ein elegantes 2-Sitzer Cabriolet – aber nur etwa 700 Stück - bevor die Fabrik 1949 abbrannte und das Unternehmen in Konkurs ging.
Hebmüller Cabriolets sind heute äußerst selten und gehören zu den teuersten und exklusivsten Käfer-Varianten - die je gebaut wurden. Wenn du eines auf einer Ausstellung triffst - kannst du es lange bewundern.
Ovali Käfer (1953–1957)
1953 war es Zeit für ein Update. Das geteilte Heckfenster des Brezelkäfers war zu klein - die Sicht blieb eingeschränkt. Volkswagen vergrößerte das Heckfenster um 50 % und gab ihm eine ovale Form. Der Ovali Käfer war geboren - in den Niederlanden liebevoll "Ovaal Kever" genannt.
Technisch änderte sich auch einiges: Der Motor wuchs von 25 auf 30 PS - hydraulische Bremsen wurden eingeführt und das Gaspedal wurde modernisiert. Der Ovali Käfer ist nach dem Brezelkäfer das beliebteste Sammlermodell - erkennbar und zeitlos schön.
Karmann Cabriolet (1949–1981)
Während Hebmüller ein 2-sitziges Cabriolet baute - entwarf Karmann in Osnabrück ein geräumigeres 4-sitziges Cabriolet. Nach dem Brand bei Hebmüller übernahm Karmann die gesamte Cabriolet-Produktion. Von jedem Käfer-Modell - Oval - eckige Heckscheibe - 1302 - 1303 - baute Karmann eine offene Version.
Die Produktion lief bis Januar 1981 - eine Periode von sage und schreibe 32 Jahren. Das Karmann Cabriolet ist der Traum vieler: offen fahren in einem zeitlosen Design - mit dem Klang des luftgekühlten Boxermotors hinter sich.
Rechteckige Heckscheibe (1957–2003)
1957 wurde das Heckfenster erneut vergrößert - diesmal zu einer rechteckigen Form. Diese rechteckige Heckscheibe sollte den Käfer für den Rest seiner Produktionszeit definieren. In den folgenden Jahren folgten regelmäßige Verbesserungen: bessere Motoren - Ausstellfenster - umfangreichere Innenausstattung und Blinker.
Ab dieser Zeit wurden Käfer auch mit Ausstattungsbuchstaben geliefert. Ein A-Modell war ein Spar-Käfer (Basisausstattung) - ein L-Modell eine Luxusausführung mit mehr Komfort und Verarbeitung.
1964: neue Fenster- und Türpfosten
1964 verschwanden die dicken Fenster- und Türpfosten - die so charakteristisch für frühe Käfer waren und die Fans der Herbie-Filme gut kennen. Schlankere Pfosten sorgten für größere Fenster und ein moderneres Aussehen. 1965 und 1966 folgten auch Motor-Upgrades: ein 1300er und 1500er Motor wurden eingeführt - damit der Käfer im dichter werdenden Verkehr besser mithalten konnte.
1967: aufrechte Scheinwerfer
Eine der einfachsten Möglichkeiten - einen frühen Käfer von einem späteren zu unterscheiden: die Scheinwerfer. Bis 1967 lagen die Scheinwerfer waagerecht in den Kotflügeln. Ab dem Modelljahr 1967 wurden sie durch aufrechte - runde Scheinwerfer ersetzt - ein Merkmal - das dem Käfer sofort ein anderes Gesicht gab und bis zum Ende der Produktion bleiben sollte.
Sondereditionen
Volkswagen brachte im Laufe der Jahre verschiedene Sondereditionen heraus - die heute gesuchte Sammlerstücke sind:
- Silver Bug – silbergrau lackiert - dezent und elegant
- Triple White – weiße Lackierung - weißes Interieur und weißes Cabriolet-Dach
- Weltmeister (1972) – gebaut zu Ehren des 15-millionsten Käfers und des Weltrekords. Nur im Februar und März 1972 erhältlich - als 1302-Modell mit den berühmten Weltmeister-Felgen
- Jeans Bug / Jeans Käfer – die bekannteste Sonderedition: ein Spar-Käfer mit schwarzen Radkappen und einem mit Jeansstoff bezogenen Interieur. Ein Kind seiner Zeit und heute ein Kultklassiker
Käfer 1302 (1970–1972)
1970 führte Volkswagen den Käfer 1302 ein – ein signifikanter technischer Fortschritt. Die starre Vorderachse wich einer unabhängigen McPherson-Vorderradaufhängung - was für besseres Fahrverhalten und mehr Fahrkomfort sorgte. Das Reserverad konnte nun flach im Kofferraum liegen - und die größere Aufhängung führte zu der charakteristischen wölbenden Kofferraumklappe.
Der 1500er Motor wurde durch den stärkeren 1600er Motor ersetzt. Der 1302 ist an seinem größeren Kofferraum erkennbar - hat aber noch die gerade Windschutzscheibe seiner Vorgänger.
Käfer 1303 (1972–1978)
Die Krönung der Käfer-Evolution: der 1303. Eingeführt 1972 - erhielt dieses Modell ein völlig neues - modernes Armaturenbrett und damit auch ein einzigartiges Merkmal - das ihn sofort von allen anderen Käfern unterscheidet: die gewölbte - gebogene Windschutzscheibe. Das größere Armaturenbrett erforderte eine andere Scheibenform - und das Ergebnis war ein Käfer mit dem modernsten Aussehen aller Zeiten.
Der 1303 wurde als Limousine und als Karmann Cabriolet geliefert. Die Cabriolet-Produktion bei Karmann lief sogar noch bis Januar 1981 - drei Jahre nach dem Ende der Limousinen-Produktion in Deutschland.
Bist du Besitzer eines 1302 oder 1303? Achtung: Durch die McPherson-Vorderradaufhängung sind viele Frontteile anders als bei den früheren Modellen mit der klassischen Vorderachse. Überprüfe immer dein Baujahr bei der Bestellung von Teilen - oder sende uns eine Nachricht - wir helfen dir gerne.
1978: Ende der Produktion in Deutschland
Im Januar 1978 fiel der Vorhang für den geschlossenen Käfer in Deutschland. Die letzten Exemplare verließen das Werk in Emden. In Wolfsburg war die Produktion bereits früher eingestellt worden - um Platz für den Golf und Passat zu schaffen. Eine Ära ging zu Ende - aber der Käfer selbst war noch lange nicht fertig.
Brasilien und Mexiko (bis 2003)
Nach dem Ende der deutschen Produktion wurde der Käfer noch Jahre lang in Brasilien und Mexiko gebaut. Der Boden und das Chassis waren nahezu identisch mit den deutschen Modellen - obwohl das Blech von minderer Qualität war und Innenteile aus dem Golf II und Golf III Katalog stammten.
Am 30. Juli 2003 rollte der allerletzte Käfer vom Band – in Mexiko - in der Farbe "Aquarius Blue". Die Gesamtzahl: 21.529.464 Exemplare. Bis 2002 war der Käfer das meistverkaufte Auto der Welt – erst dann übernahm der Golf den Titel.
Teile für deinen Käfer
Ob du einen Brezelkäfer restaurierst - einen 1303 wartest oder einen mexikanischen Käfer fahrbereit machst - bei VintageDub findest du die richtigen Teile. Wir verstehen den Unterschied zwischen den Modellen - kennen die Fallstricke und helfen dir gerne mit dem Teil - das wirklich zu deinem Baujahr passt.
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